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Klassische Musik und Oper von Classissima

Wolfgang Amadeus Mozart

Mittwoch 28. September 2016


nmz - neue musikzeitung

gestern

Experimentieranordnung mit bekannten Größen – Mozarts „Così fan tutte“ an der Deutschen Oper Berlin

nmz - neue musikzeitungVor drei Jahren wurde die Deutsche Oper Berlin zum Experimentierzentrum für Mozarts „Così fan tutte“: Drei ungewöhnlich innovative Inszenierungen mit forciert performativen Einflüssen waren an drei aufeinanderfolgenden Abenden in der Tischlerei zu erleben. Offenbar wollte Intendant Dietmar Schwarz nunmehr auf der großen Bühne an diese Erfahrungen anknüpfen lassen. Doch da die vorangegangene Mozart-Inszenierung an diesem Haus,„Die Entführung aus dem Serail“, auf viel Publikumsunmut gestoßen war, sollte der junge Leipziger Regisseur Robert Borgmann in seiner ersten Operninszenierung Publikumsakzeptanz und Innovation als Quadratur des Kreises erbringen – ein Anspruch, der eigentlich nur schief gehen konnte. Hauptbild:  Weiterführende Informationen:  Drei ungewöhnlich innovative Inszenierungen mit forciert performativen Einflüssen waren an drei aufeinanderfolgenden Abenden in der Tischlerei Teil I Drei ungewöhnlich innovative Inszenierungen mit forciert performativen Einflüssen waren an drei aufeinanderfolgenden Abenden in der Tischlerei Teile II und III Weiterlesen

musik heute

22. September

Regisseur Jan Philipp Gloger: "Wir sehen uns einfach immer selbst bei Mozart"

London – Mit seinem Debüt in London markiert der deutsche Opern-und Schauspielregisseur Jan Philipp Gloger einen Wendepunkt. Seine Neuinszenierung von "Così fan tutte" ist für ihn die letzte Oper im Da-Ponte-Zyklus. Sechs Jahre nach dem [...] The post Regisseur Jan Philipp Gloger: "Wir sehen uns einfach immer selbst bei Mozart" appeared first on MUSIK HEUTE .






Crescendo

7. September

„Alle seine Titel haben eine Geschichte“ - „Alle seine Titel haben eine Geschichte“

Zum 50. Todestag von Fritz Wunderlich hat seine Frau Eva ein Album mit ihren persönlichen Lieblingsaufnahmen zusammengestellt. Wir trafen sie zusammen mit ihrer Tochter Barbara und entdeckten unbekannte Trouvaillen des viel zu früh verstorbenen Ausnahmekünstlers.Zum 50. Todestag von Fritz Wunderlich erscheinen wieder etliche Tribute- Alben – eigentlich wie immer, wenn sein Geburts- oder Todestag anstanden. Was aber kaum einer weiß: Viele dieser Alben entstanden in enger Zusammenarbeit mit der Familie Wunderlich, basierend auf der langjährigen Arbeit von Eva Wunderlich für das Werk ihres Mannes. Nicht nur, dass sie ihm in seiner Schaffenszeit Muse und ernsthafte Kritikerin war – er verließ sich blind auf ihr Urteil, weshalb er sie bei den meisten Proben, Aufführungen, Konzerten und Studioaufnahmen unbedingt dabei haben wollte. Sie ordnete nach seinem Tod seinen Nachlass und baute das Fritz Wunderlich Archiv auf. crescendo: Frau Eva Wunderlich, Sie haben sich noch mal die Mühe gemacht, für die Deutsche Grammophon eine Jubiläums-CD zusammenzustellen. Wie haben Sie die Stücke ausgewählt? Eva Wunderlich: Die „50 Greatest Tracks“ sind im Grunde eine Zusammenstellung meiner Lieblingsstücke von ihm. Tatsächlich war es atemberaubend, nachdem die Auswahl und Reihenfolge der Titel feststand, all „meine“ Highlights so komprimiert komplett durchzuhören. Fritz sagte: „Wenn man Stilgefühl hat und weiß, wie man die Dinge auseinanderhalten muss, kann einem praktisch, glaub’ ich, nichts passieren, man kann jede Art Musik machen, ohne sich dabei irgendetwas zu vergeben.“ Er hatte ein so unfassbar vielseitiges Können und war so stilsicher beim Singen, beim Trompetespielen (zum Beispiel Mon Bijou) – ja sogar beim Pfeifen, wie auf der hier zum ersten Mal auf Tonträger veröffentlichten Aufnahme aus der Rose von Stambul (Zwei Augen, die wollen mir nicht aus dem Sinn). Für mich haben alle Titel auf dieser Doppel-CD eine besondere Geschichte. Nun kommen Ihre Empfehlungen aus berufener Hand. Sie stammen aus einer Musikerfamilie, Ihr Vater war Professor an der Stuttgarter Musikhochschule und Sie selbst sind studierte Harfenistin. Hat Ihr Mann in Ihnen auch die Musikerin geschätzt? Eva Wunderlich: Bestimmt. Aber er war halt auch ein sehr eigenständiger Geist. Er sagte: „Ich kann fünfmal in der Woche einen Mozart singen, das tut meiner Stimme nicht weh. Und solange ich drauf achte, das zu singen, was in meiner Stimme liegt, und sie nicht überfordere, ist keine Gefahr.“ Allerdings liebte er es sehr, sich bei Tenorhits wie Granada oder Mattinata „stimmlich auszutoben“. Ich hab mir manchmal Sorgen gemacht, ob seine Stimmbänder das auf Dauer schadlos überstehen. Es gab auch Partien – beispielsweise den Tiresias aus Carl Orffs Oedipus der Tyrann, wo er zum Teil ganz seltsam singen musste. So im Diskant, manchmal schreiend. Da hat er mehrere Tage danach keinen Liederabend gemacht. Sie sprechen von seiner Vielseitigkeit: Gab es denn so etwas wie eine Paraderolle für Ihren Vater, Barbara? Barbara Wunderlich: Der Tamino war gewissermaßen eine Schicksalsrolle. Sein erster großer Auftritt noch in Freiburg an der Musikhochschule, sein Durchbruch in Stuttgart und Debüt in Wien und auch sein letzter Auftritt auf der Opernbühne in Edinburgh, nicht einmal 14 Tage vor seinem Tod. Insgesamt hat er den Tamino 124-mal live gesungen (Auftritte ohne Mitschnitte), an seinem 35. Geburtstag in der Wiener Staatsoper sogar zweimal, vormittags in einer Benefizmatinee, abends in einer regulären Vorstellung. In den letzten drei Jahren seines Lebens sang er ihn allerdings nicht mehr so häufig, schließlich galt es, neues Repertoire zu erarbeiten, sich weiterzuentwickeln. Frau Eva Wunderlich, niemand hat länger und intensiver mit Fritz Wunderlich zusammengearbeitet als Sie. Was hat Sie bei seiner Arbeit besonders fasziniert? Eva Wunderlich: Es war seine Ernsthaftigkeit. Er versuchte immer, an den Kern der Musik ranzukommen. Seine Auffassung war: „Ich muss mich in erster Linie mit dem Komponisten auseinandersetzen. Der hat sich mit dem Text auseinandergesetzt und das Ganze in Töne umgesetzt. Wenn ich das richtig bringe, wenn ich es so interpretiere, wie das der Schubert gemeint hat, ist es auch vom Text her in Ordnung.“ Ich habe die ganze Probenarbeit für die Liederabende erlebt; die fand ja bei uns zu Hause statt. Allein Schumanns Dichterliebe: Da haben Hubert Giesen und er drei Tage an dem ersten Lied gearbeitet, und als das dann richtig war, stand eigentlich der ganze Zyklus. Sie sprechen von vielen Proben, dabei hatte man bei Fritz Wunderlich immer den Eindruck, alles würde ihm nur so zufliegen … Eva Wunderlich: Das stimmt. Aber Fritz wollte immer weiter lernen und hatte auch ein gutes Gefühl für die richtigen Lehrer. Nach seinem letzten Liederabend saßen wir mit Ferdinand Leitner, seinem Stuttgarter „Übervater“, zusammen und später noch mit Frau von Winterfeldt, seiner Lehrerin aus Freiburg. Und da hat er mit beiden besprochen, dass er mit ihnen einmal wieder richtig von Grund auf arbeiten wolle, damit sich nicht irgendwelche Dinge einschleichen oder zur Routine werden. Er wollte selbst unterrichten. Es hat ihn fasziniert, wie man so etwas Komplexes wie das Singen vermitteln kann. Es war oft zu lesen, dass ein Tonbandgerät eine wichtige Rolle in seinem Leben spielte … Eva Wunderlich: Das war seine Leidenschaft. Er hat sich technisch unglaublich gut ausgekannt. Sobald er es sich leisten konnte, hat er ein besseres Gerät angeschafft. Er hat auch leidenschaftlich fotografiert und gefilmt. Also ich glaube, wenn es damals schon die Technik von heute gegeben hätte, hätte er überhaupt keine Zeit mehr zum Leben gehabt. Barbara Wunderlich: Das für diese Zeit Innovative war wohl auch, dass er das Medium Tonband so intensiv zur Dokumentation und Selbstkontrolle bei der Arbeit nutzte. Leider hat er vieles wieder überspielt, aber dennoch blieben viele magische Momente erhalten, die mein Vater damals wohl gar nicht für so magisch erachtete. Und dass er nach jeder Aufnahme vom Tonstudio einen Tonbandmitschnitt mit nach Hause nahm, hat mir die Recherche in den diversen Archiven sehr erleichtert und wichtige Aufnahmen vor dem Vergessen bewahrt – wie zum Beispiel seinen legendären letzten Liederabend in Edinburgh im September 1966, wenige Tage vor seinem tödlichen Unfall. Barbara, es gibt ja sehr viele Tonaufnahmen von Ihrem Vater. Sind diese alle veröffentlicht? Wie sieht es denn mit Videos aus? Oder mit TV-Aufnahmen? Barbara Wunderlich: In den 50er-/60er-Jahren war es noch die Ausnahme, dass klassische Produktionen, vor allem Opern, für TV aufgezeichnet wurden, also sind Fernsehaufnahmen meines Vaters leider rar. Videoproduktionen gab es noch gar nicht. Wenn man heute dieses Archivmaterial auf DVD veröffentlichen will, ist das auch rechtlich eine aufwendige Angelegenheit. So wird es eine Komplettausgabe der „TV-Legacy“ von Fritz Wunderlich vorerst wohl nicht geben. Eine Gesamtedition ist auch bei den Tonaufnahmen fast unmöglich. Die Deutsche Grammophon hat in diesem Jahr einen Schritt in diese Richtung vollzogen und sämtliche bei Philips, Polydor und DG entstandenen Aufnahmen zusammengefasst. Auch BR, SWR und ORF, in deren Archiven viele Wunderlich-Aufnahmen liegen, haben uns beim Heben so mancher Preziosen unterstützt und pflegen sein Erbe – auch aktuell – mit vielen Sendungen und eigenen Veröffentlichungen. Zurück zu den „50 Greatest Tracks“. Ein Titel ist uns aufgefallen: Die Steuermann-Arie aus Wagners Fliegendem Holländer. Viele Wagner-Aufnahmen hat Ihr Mann nicht hinterlassen … Eva Wunderlich: Nein. Dies ist die Erstveröffentlichung eines Hausmitschnitts der Bayerischen Staatsoper von 1964. Wieland Wagner wollte Fritz nach seinem Debüt als Tamino in Stuttgart direkt als Lohengrin nach Bayreuth holen. Fritz wusste um den Schaden, den seine junge Stimme nehmen würde, und lehnte ab, frühestens mit 40 wollte er größere Wagner-Partien singen. Für eine Koproduktion der EMI mit der VEB Eterna, dem Klassik-Label der DDR, sang er 1960 bei zwei Studioproduktionen, im Tannhäuser den Walther von der Vogelweide und ebenfalls den Steuermann im Fliegenden Holländer. Der Mitschnitt aus München ist also seine einzige Live-Aufnahme in einer Wagner-Partie. Auch das macht die „50 Greatest Tracks“ für mich so besonders. Carla Neumann

Crescendo

7. September

Brillante Chamäleons - Brillante Chamäleons

Jung, authentisch, gutaussehend und dennoch zielstrebig gibt sich die aktuelle Generation der Star-Dirigenten. Aber können sie mithalten mit den großen „Unberührbaren“, den Karajans und Kleibers?„Sakermentsverfluchter Bub’, nit trocken hinterm Ohr und fuchtelt mit ’n Spadi!“ Wie der Baron Ochs aus Richard Strauss’ Rosenkavalier schimpft vielleicht manch altgedienter Kapellmeister über die junge Dirigentengeneration, die derzeit in den Konzertsälen der Welt Furore macht. Das dürfte einen Robin Ticciati (33), Omer Meir Wellber (34), Gustavo Dudamel (35), Pablo Heras-Casado (38) oder Andris Nelsons (37) kaum kümmern, sind sie doch auf dem besten Wege, ihre geistigen Väter zu beerben und die Lücke zu füllen, die der Tod von Nikolaus Harnoncourt, Claudio Abbado, Kurt Masur und Lorin Maazel in den letzten beiden Jahren hinterlassen hat. Mit dem Kapellmeistertypus alter Schule, dem selbstverliebten Dirigenten oder aufbrausenden Pulttyrannen a la Toscanini, der alle Autorität in sich aufzusammeln schien, haben die „Grünschnäbel“ wenig gemein. Schon gar nicht mit dessen autoritärem Gebaren, das nicht bat, sondern – mit einem Lidschlag gewissermaßen – das ihm Gebührende forderte. „Diesen Diktatorentyp gibt es nicht mehr“, sagt auch Marcus Rudolf Axt, Intendant der Bamberger Symphoniker, die alle drei Jahre den Gustav-Mahler-Wettbewerb ausrichten, die Casting-Show für die kommende Dirigentengeneration. „Das Bedürfnis nach Persönlichkeiten hat sich allerdings nicht geändert.“ Betont lässig geben sich die jungen Dirigenten, erscheinen zum Interview in Sportschuhen und Jeans. In puncto Zielstrebigkeit, Ehrgeiz stehen sie aber ihren Vorgängern in nichts nach. „In England gab es Könige, die jünger waren als ich“, grinst Daniel Harding. „Autorität hat mit Alter nichts zu tun.“ 14 Jahre war der heute 40-Jährige alt, als er unbefangen und forsch den bereits weltberühmten Simon Rattle zu seiner privaten Aufführung von Schönbergs Pierrot Lunaire, die er mit Freunden veranstaltete, einlud. Hardings Unerschrockenheit zahlte sich aus. Mit 17 durfte er bei Rattle assistieren, mit 20 bei Abbado und bald darauf die Berliner Philharmoniker dirigieren. Abbado nannte ihn nicht nur „mein kleines Genie“, sondern vertraute ihm auch sein Mahler Chamber Orchestra an, das er ab 2003 als Musikdirektor führte. Unlängst wurde er vom Orchester zum Conductor Laureate ernannt. Im Herbst 2016 übernimmt Harding noch die Position des Chefdirigenten beim Orchestre de Paris. Gustavo Dudamel fliegen die Herzen genauso zu. Vielleicht, weil er das gewisse Etwas hat. Dichter schwarzer Lockenkopf, Körpersprache wie die von Leonard Bernstein. In seiner Heimat Venezuela wird er als Held gefeiert, in den USA als der „heißeste Dirigent des Planeten“ gehandelt. Seit sieben Jahren führt er das Los Angeles Philharmonic Orchestra, 2017 wird er das Wiener Neujahrskonzert dirigieren, mit knapp 36 Jahren der jüngste Dirigent in der Geschichte. Vorbei die Zeiten, als selbst die Stehplatzbesucher an der Mailänder Scala bei einem Auftritt Dudamels Handzettel verteilten mit mahnenden Worten: Dies sei ein Haus, wo man große Dirigenten erwarte vom Kaliber eines Abbado oder Muti. 2007 hatte sogar Lorin Maazel über die „Baby-Dirigenten“ geschimpft, die zu „früh debütierten“, auch dann, „wenn sie noch nichts können“, und von den Orchestern profierten, die „besser“ seien als sie selbst. War das der Neid des „alten Hasen“? Vergessen hatte Maazel, dass er selbst mit neun Jahren vor dem NBC-Orchester stand. Auch Riccardo Chailly (63) lästerte über die „überschätzten“ Youngsters und hätte sich wohl nie gedacht, dass er sich einst mit ihnen messen müsste. So geschehen 2015, als es um den begehrtesten Job der Klassik ging: die Nachfolge von Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern. Neben festen Größen wie Chailly und Christian Thielemann standen auch Gustavo Dudamel, Andris Nelsons und Pablo Heras-Casado auf der Kandidatenliste – nur nicht der, der es wirklich wurde: Kirill Petrenko. Aber das ist eine andere Geschichte. „Ich fühle mich noch zu jung, 2018 als Nachfolger Simon Rattles die Berliner Philharmoniker zu übernehmen“, beruhigte Nelsons 2014 die Gemüter. Und trat stattdessen die Chefposition beim Boston Symphony Orchestra an. Ab 2018 wird der Lette auch Chef des Leipziger Gewandhausorchesters. Ein rasanter Aufstieg in nur wenigen Jahren. Auch Nelsons Charisma ist einzigartig, jenes glückselige Lächeln, innere Leuchten und Staunen, das sich auf seine jungenhaften Züge legt, wenn er dirigiert: „I’m just full of music“, sagt er. „Wir beten ihn an“, sagt Paul Buttenweiser, Aufsichtsratschef des Bostoner Orchesters, „weil er so real ist“. Die Zeiten, als sich um einen Pultstar noch Geheimnisse und Mythen rankten, die seinen unnahbaren Status zementierten, sind endgültig dahin. Junge Dirigenten sehen sich heute als „Global Players“, Daniel Harding führt seine Website sogar auf Japanisch, Dudamel freut sich über seine halbe Million Follower. Fleißig auf Twitter unterwegs ist auch der franko-kanadische Dirigent Yannick Nézet- Séguin. Regelmäßig versorgt er seine „Cyberfriends“ mit Kommentaren und Bildern aus seinem Musiker- und Privatleben. Ein „brillantes Chamäleon“, das sich unterschiedlichstem Repertoire öffnet wie auch jeder technologischen Entwicklung. „Jung, begabt, schwul, digital“, schrieb „Die Welt“ 2015 über ihn. Derzeit Chef des Philadelphia Orchestra, eines fast 120 Jahre alten Klangkörpers, ließ er eine App entwickeln für das Publikum, damit es während des Konzerts auf dem Smartphone oder Tablet „mitspielt“, tweetet, fotografiert, filmt und einen Blick in die Partitur wirft. Das ist sehr neu. „Vorsicht vor den Kumpel-Maestri“, warnt allerdings Christian Thielemann. „Ein Orchester erwartet, dass ein Dirigent klare Vorstellungen von dem hat, was er tut, und diese auch vermitteln kann. (…) Gleichwohl ist jeder Dirigent klug beraten, auch auf das zu hören, was ihm ein Orchester anbietet.“ Das findet auch Robin Ticciati (33). „Es ist wichtig, in all die Gesichter der Musiker vor mir zu blicken, wenn sie musizieren. (…) Nur so kann ich als Dirigent etwas von ihnen erfahren, sie psychologisch motivieren. Denn was wäre, wenn ich den Taktstock erhöbe und niemand würde gehorchen?“ Wer ihn auf dem Podium als Mozart-Interpreten erlebt hat, kennt Ticciatis ruhige und unaufgeregte Gesten, mit denen er den Klang formt. Alles atmet, ist im organischen Fluss, erscheint rein, hell, biegsam und bar jeglicher Flunkerei. Ticciati tickt etwas anders als die anderen. Keine Website, keine Messages, keine Cyberfriends. Der introvertiert intellektuelle Dirigent kommt auch ohne aus, er liebt Bücher und die Auseinandersetzung mit Musik. Seit 2007 ist Ticciati Musikdirektor der Glyndebourne Touring Opera (GTO), 2014 auch des Glyndebourne Festival Opera. 2017/18 wird er Chef des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin. Selbst wenn man Glück habe, wachse man nur sehr langsam zu musikalischer Reife heran, sagt Ticciati. Das Internet, die mediale Dauerbeobachtung, sei allerdings für junge Musiker eine Belastung, findet Christian Thielemann. Nur wenige „vernichtende Kritiken“ könnten „einen ganz erheblich beschädigen“, sagt er. „Je erfahrener ich bin, desto experimentierfreudiger werde ich“, beteuert der 57-Jährige. „Je sicherer man wird, desto mehr neue Sachen kann man ausprobieren.“ Gelassenheit aber scheint offenbar nicht zu diesem Repertoire zu gehören, wie er jetzt in seiner Funktion als Musikdirektor der Wagner-Festspiele in Bayreuth bewies. Ursprünglich sollte Andris Nelsons die Festspiele 2016 mit dem Parsifal eröffnen. Doch es kam zum Eklat. Streit soll es gegeben haben um künstlerisch unterschiedliche Auffassungen. Drei Wochen vor der Premiere warf Nelsons hin. Der „alte Hase“ hatte (vorerst) gesiegt. „Gerettet“ hat die Premiere übrigens ein noch älterer Hase: Hartmut Haenchen (73). Teresa Pieschacón Raphael

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