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Klassische Musik und Oper von Classissima

Wolfgang Amadeus Mozart

Sonntag 29. Mai 2016


Brilliant Classics Blog

13. Mai

Brilliant Classics Neuheiten Mai 2016

Brilliant Classics BlogJeden Monat erscheinen bei Brilliant Classics hochkarätige Neuproduktionen, interessante Wiederveröffentlichungen, Lizenzaufnahmen und enzyklopädische Sammler-Editionen. In diesem Artikel informiere ich kurz über alle kommenden Neuheiten.Sämtliche in diesem Artikel vorgestellten Titel kommen in Deutschland, Österreich und der Schweiz am 29.04.21016 den Handel. ______________________________________________________________________________________________________ Various Composers: Romantic Piano Concertos Various Artists Epoche: Romantik | Klavierkonzerte Brilliant Classics Art.Nr. 95300 EAN: 5028421953007 40 CD Umfangreiche Sammlung romantischer Klavierkonzert-Raritäten Nicht die Sinfonie, die mit Mozart, Haydn und vor allem Beethoven ihren Höhepunkt erlebte, sondern das Klavierkonzert wurde zur liebsten Gattung der romantischen Komponisten im 19. Jahrhundert. Zum einen gab es in der Generation nach Beethoven einen gehörigen Respekt vor dem sinfonischen Kanon, den die Wiener Klassik vorgelegt hatte, zum anderen entwickelte sich parallel mit der steten Verbesserung des modernen Klaviers auch eine neue Virtuosenkultur am Konzertflügel. Durch Europa reisten Dutzende Pianisten, die um die Gunst des Publikums buhlten. Der Hunger nach virtuosen Musikern war ebenso groß wie der Bedarf an neuen, unverbrauchten Konzerten, die die Solisten ins rechte Licht rückten und die dem Gusto des Publikums zusagten. Während im Rückblick sich nur relativ wenig Namen und Konzerte im Repertoire halten konnten, war das tatsächliche Output viel größer. Die 40-CD-Box „Romantic Piano Concertos“ verschafft dem Musikfreund die Möglichkeit, sich einen ausführlichen Überblick über das durchgehend hohe Niveau der Klavierkonzerte der vermeintlich „kleinen Meister“ zu verschaffen. Dabei reichen die zusammengefassten Kompositionen von der Vorromantik mit Werken von Vogler, Viotti und Tomášek über die Frühromantik der Beethoven-Freunde und Schüler wie Clementi, Cramer und Czerny bis zur breit gefächerten Hoch-Zeit der Romantik. Konzerte von Berwald, Field, Hiller, Hummel, Moscheles, Pierné, Raff, Rubinstein, Saint-Saëns und Thalberg bilden den Schwerpunkt der Sammlung. Besonders interessant sind auch die Konzert-Raritäten von Arensky, Balakirev, Glazunov und Rubinstein. Neben einigen Raritäten auch bekannter Namen wie Chopin, Dvořák, Liszt, Mendelssohn, Schumann und Tschaikowsky enthält die Box auch Aufnahmen der von der Romantik beeinflussten Konzerte von Respighi, Gershwin und Barber. Insgesamt umspannt die Sammlung über 100 Werke aus rund 200 Jahren von mehr als 60 Komponisten. Den Grundstock für die Sammelbox bilden Archivaufnahmen des US-amerikanischen Vox-Labels. Dieses war in 1960er und 1970er Jahren dafür bekannt, Aufnahmen von Werken auch abseits des üblichen Katalogs zu veröffentlichen. Solisten wie Michael Ponti, Felicja Blumenthal, Eugene List, Marylène Dosse, Rudolf Firkušny und Roland Keller bürgen für höchste Qualität. Klangkörper wie das Berliner Sinfonie-Orchester, das Orchestra of Radio Luxembourg, die Philharmonia Hungarica, die Wiener Symphoniker unter der fachkundigen Leitung von Dirigenten wie Antal Doráti, Louis de Froment, Jörg Faerber, Herbert Kegel und Alberto Zedda sorgen für eine erstklassige Begleitung. Bei vielen der hier zusammengefassten Aufnahmen handelt es sich um konkurrenzlose Weltersteinspielungen, die teilweise jahrelang nicht mehr erhältlich waren. „Romantic Piano Concertos“ ist ein Muss für jeden Sammler, ein regelrechter Schatz für alle Raritätenjäger, ein zu entdeckender Fundus ungerechterweise vernachlässigter Werke, die nun endlich wieder erhältlich sind. ♦♦♦ Wolfgang Amadeus Mozart: Complete Violin Concertos Kristóf Baráti, Violine & Leitung Hungarian Chamber Orchestra Epoche: Klassik | Orchestermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95368 EAN: 5028421953687 2 CD Kristóf Baráti legt Gesamteinspielung der Violinkonzerte Mozarts vor Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) komponierte 1775 in kurzer Folge vier seiner fünf Violinkonzerte; das erste war bereits 1773 während einer Italienreise entstanden. In ihrer Verspieltheit versprühen sie jugendlichen Charme und sind nach wie vor absolute Publikumsfavoriten. Kristóf Baráti hat sich in den letzten Jahren den Ruf eines der besten Violinisten seiner Generation erworben, der durch seine makellose Technik und zeitlos valide Interpretationen Kritiker und Publikum überzeugt. Dem Ungarn gelingt es bei seinem Mozart-Zyklus, sich den Werken mit demselben frischen, unvoreingenommenen Geist zu nähern, in dem sie einst entstanden. Neben den fünf Konzerten enthält das Album auch die einsätzigen Rondos in B-Dur und C-Dur und das Adagio in E-Dur für Violine und Orchester. Das Hungarian Chamber Orchestra, eines der besten Kammerensembles Ungarns, begleitet Baráti voller Esprit und tänzerischer Leichtigkeit. In der exzellenten Akustik des Kodály Centre im ungarischen Pécs sind mitreißende Liveaufnahmen entstanden, die sehr von Barátis ungebremster Spielfreude, dem eloquenten Klang seiner Lady-Harmsworth-Stradivari und vom gut harmonierenden Dialog mit dem Spitzenensemble profitieren. ♦♦♦ Johann Sebastian Bach: Complete Concertos Pieter-Jan Belder · Christine Schornsheim · Andrius Puskunigis Thomas Zehetmair · Musica Amphion · Amsterdam Bach Soloists Neues Bachisches Collegium Musicum · Netherlands Bach Ensemble Epoche: Barock | Orchestermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95303 EAN: 5028421953038 9 CD Sämtliche Konzerte Bachs in sachkundigen Aufnahmen Obwohl die konzertanten Werke Johann Sebastian Bachs nur einen kleinen Teil seines Œuvres ausmachen, gehören sie zu seinen populärsten Kompositionen. Darüber hinaus gelten sie als bedeutende Beiträge der barocken Konzertliteratur aus Deutschland. Die 9-CD-Box fasst die sechs Brandenburgischen Konzerte, die Violinkonzerte und sämtliche Cembalokonzerte zusammen. Anerkannte Experten wie Pieter-Jan Belder, Christine Schornsheim und Thomas Zehetmair glänzen bei den Aufnahmen als Solisten. Zusätzlich enthält die Sammlung zwei CDs mit rekonstruierten Konzerten, die die Universalität der Klangsprache Bachs eindrucksvoll unter Beweis stellen. ♦♦♦ Guido Alberto Fano: Piano Sonata in E · Quattro Fantasie Pietro De Maria Epoche: Spätromantik | Klaviermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95353 EAN: 5028421953533 1 CD Spätromantische Klaviermusik des Strauss-Schülers Guido Alberto Fano Hierzulande mag der Name Guido Alberto Fano nur den wenigsten ein Begriff sein, in Italien gilt er als bedeutender Spätromantiker. Pietro De Maria, einer der besten italienischen Pianisten, der international mit seinen Bach-, Chopin- und Beethoven-Einspielungen (für Decca) für Aufsehen sorgen konnte, hat Fanos epische Klaviersonate in E-Dur aufgenommen. Mit rund 35 Minuten Spielzeit und einer komplexen Polyphonie und Chromatik gehört sie zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Sonaten Italiens des 20. Jahrhunderts. Im Kontrast dazu stehen die „Quattro Fantasie“, die wie eine warme, mediterrane Antwort auf Schumann und Brahms klingen. ♦♦♦ Hans Werner Henze: Complete Music for Guitar Andrea Dieci Epoche: 20. Jahrhundert | Gitarrenmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95186 EAN: 5028421951867 1 CD Seltene Gitarrenwerke Henzes in einer spannenden Neuaufnahme Hans Werner Henze gehört zu den wichtigsten deutschen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Obwohl Bühnenkompositionen den Schwerpunkt seines eklektizistischen Œuvres bildeten, komponierte er immer wieder für die Gitarre, die er wegen ihrer vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten bei gleichzeitiger Schlichtheit und Wärme schätzte. Andrea Dieci, ein »ausgezeichneter Künstler mit einer beneidenswerten Technik« (so das italienische Seicorde-Magazin), hat die beiden Gitarrensonaten über Gestalten von Shakespeare der „Royal Winter Music“ (1975/1979) und die „Drei Tentos“ für Gitarre aus dem Zyklus „Kammermusik“ (1958) aufgenommen. ♦♦♦ Franz Schubert: String Quartet in G D 887 Movement for String Quartet in C minor D 103 Diogenes Quartet Epoche: Romantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 94467 EAN: 5028421944678 1 CD Letzter Teil der hochgelobten Aufnahmereihe der Streichquartette Schuberts Drei Jahre benötigte das Diogenes Quartett, um sämtliche Streichquartette Schuberts aufzunehmen. Mit der Veröffentlichung des sechsten und letzten Teils der von der Presse gefeierten Gesamteinspielung beschließt es den Zyklus mit einem weiteren Höhepunkt: dem epischen G-Dur-Quartett D 887, Schuberts letztem Streichquartett. Außerdem enthält das Album das Fragment des frühen Quartettsatzes in c-Moll D 103, das der Musikwissenschaftler Christian Starke eigens für diese Produktion rekonstruiert hat. Die vier Münchener Musiker überzeugen erneut durch ein ruhiges, in sich gekehrtes Spiel und ein achtsames Miteinander im Ensemble. ♦♦♦ Georg Philipp Telemann: Complete Suites and Concertos for Recorder Ensemble Cordevento Erik Bosgraaf, Blockflöte & musikalische Leitung Epoche: Barock | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95248 EAN: 5028421952482 1 CD Auftakt einer kleinen Telemann-Reihe des „Blockflöten-Wunders“ Erik Bosgraaf Georg Philipp Telemann brachte sich als Kind das Spiel der Blockflöte selbst bei und hegte zeitlebens eine besondere Präferenz für das Instrument. Für sie schuf er sogar eine neue Hybridform, die „Suite auf Concertenart“, die Virtuosität mit barocken Tänzen verbindet. Erik Bosgraaf, einer der besten Blockflötisten der Welt, hat als Auftakt einer kleinen Telemann-Reihe die beiden Suiten in a-Moll und Es-Dur mit seinem Ensemble Cordevento aufgenommen. Ergänzt werden sie durch die beiden Altblockflöten-Konzerte in C-Dur und F-Dur. Es sind seltene (und selten aufgenommene) Beispiele der Konzertgattung, die der sonst so emsige Magdeburger scheute. ♦♦♦ Louis Vierne: Spleens et Détresses op. 38 · Piano Quintet op. 42 Mūza Rubackytė, Klavier Anaïk Morel, Mezzosopran Terpsycordes Quartet Epoche: Spätromantik | Kammermusik · Lieder Brilliant Classics Art.Nr. 95367 EAN: 5028421953670 1 CD Kammermusik und Lieder der französischen Spätromantik von Louis Vierne Mūza Rubackytė hat sich zuletzt als sensible Interpretin der spätromantischen Klaviermusik Louis Viernes nachdrücklich empfohlen. Nun widmet sich die litauisch-französische Pianistin seiner Kammer- und Vokalmusik. Gemeinsam mit dem exzellenten Terpsycordes Quartet aus Genf hat sie Viernes Klavierquintett aufgenommen. Vierne komponierte das hochemotionale Werk 1917, kurz nach dem Tod seines 17-jährigen Sohnes im 1. Weltkrieg. Einige Monate zuvor entstand der düster-melancholische Liederzyklus „Spleens et Détresses“ nach Texten von Paul Verlaine. Die französische Mezzosopranistin Anaïk Morel glänzt hier als sensible Kammersängerin. ♦♦♦ Carl Czerny · Giovanni Battista Viotti: Piano Concertos David Boldrini, Klavier Rami Musicali Orchestra, Massimo Belli Epoche: Frühromantik | konzertante Musik Brilliant Classics Art.Nr. 94899 EAN: 5028421948997 2 CD Rare Klavierkonzerte von zwei vergessenen frühen Protagonisten des 19. Jahrhunderts Der Meisterpianist Carl Czerny und der Violinvirtuose Giovanni Battista Viotti waren an der Nahtstelle zwischen Klassik und Romantik auch als Komponisten erfolgreich. Ihre Konzerte ebneten der Frühromantik den Weg. Der italienische Pianist David Boldrini hat für das vorliegende Doppelalbum jeweils zwei Konzerte Czernys und Viottis aufgenommen, die ihre Originalität und ihr Können unter Beweis stellen. Elena Pinciaroli (Klavier) und Augusto Vismara (Violine) als Duettpartner und das toskanische Orchester Rami Musicali unter der Leitung von Massimo Belli begleiten Boldrini bei seiner Wiederentdeckung der beiden zu Unrecht vergessenen Meister. ♦♦♦ Various Composers: Complete Organ Music: Erich, Saxer and Druckenmüller Manuel Tomadin Epoche: Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95284 EAN: 5028421952840 1 CD Drei kleine Meister der norddeutschen Orgelschule und ihre Sonderwege Georg Wilhelm Saxer, Daniel Erich und Wolfgang Druckenmüller lebten und arbeiteten als Organisten zu Buxtehudes bzw. Bachs Zeiten in Lübeck, Güstrow sowie in Jork bzw. Verden. Ihre erhaltenen Orgelwerke beschreiten interessante Sonderwege innerhalb der norddeutschen Orgelschule. Speziell Druckenmüllers Concerti für Solo-Orgel stehen im deutlichen Kontrast zur damals üblichen Choralform Bachs. Alle drei Komponisten pflegten einen regen Austausch zum Orgelbauer Arp Schnitger. Raritäten-Fachmann Manuel Tomadin hat darum das Werk der drei kleinen Meister an der restaurierten Schnitger-Orgel der St. Michael-Kirche in Zwolle eingespielt. ♦♦♦ Various Composers: Flauto d’amore Ginevra Petrucci, Flauto d’amore Paola Pisa, Klavier Epoche: Klassik · Romantik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95289 EAN: 5028421952895 1 CD Der warme Klang der Flauto d’amore wiederentdeckt Der große barocke Flötenmeister Johann Joachim Quantz schätzte den warmen, vollen Klang der Flauto d’amore, doch mit Aufkommen der Klassik geriet sie zunehmend in Vergessenheit. Die italienische Meister-Flötistin Ginevra Petrucci legt nun ein starkes Plädoyer für ein Comeback der Liebesflöte vor: Auf „Flauto d’amore“ spielt sie Bearbeitungen bekannter und unbekannter klassischer und romantischer Miniaturen von Martini, Beethoven, Schubert, Tschaikowsky, Saint-Saëns, Elgar, Gershwin, Poulenc und anderen. Petrucci wird von der Pianistin Paola Pisa unterstützt, die sich einen Namen als einfühlsame und versierte Begleiterin gemacht hat. ♦♦♦ Various Composers: The Organ at European Courts Consort music by Antico · Aston · Attaignant · Cabezon · Gabrieli Hofhaimer · Pasquini · Scheidemann · Scheidt Francesco Cera, Orgel Epoche: Renaissance · Barock | Orgelmusik Brilliant Classics Art.Nr. 95240 EAN: 5028421952406 1 CD Weltliche Orgelmusik an den europäischen Höfen der Renaissance und des Barocks Auch wenn wir heute die Orgel nahezu ausschließlich mit Kirchenmusik in Verbindung bringen, so war sie dennoch in der Renaissance und im Barock ein beliebtes Instrument an den europäischen Höfen. Der Italiener Francesco Cera, von der Kritik immer wieder für seine Grundlagenforschung abseits der bekannten Pfade gelobt, hat auf „The Organ at European Courts“ weltliche Orgelmusik des 16. und 17. Jahrhunderts aus fünf Ländern von Aston, de Cabezon, Du Mont, Frescobaldi, Scheidt u. a. aufgenommen. Als Instrument wählte er ein Orgelpositiv von 1772, das in seiner kompakten neapolitanischen Bauart vielen Hausorgeln des europäischen Adels ähnelt. ♦♦♦ Various Composers: Towards „Verklärte Nacht“ Schoenberg · Bach · Brahms · Zemlinsky · Berg Gabriella Sborgi, Mezzosopran Sextet of the Orchestra da Camera di Mantova, Alessandro Maria Carnelli Epoche: Barock · Romantik · Spätromanik | Kammermusik Brilliant Classics Art.Nr. 95288 EAN: 5028421952888 1 CD Schönbergs Weg zu „Verklärte Nacht“ und die Nachwirkungen auf seine Schüler Alessandro Maria Carnelli zeichnet auf dem Album Arnold Schönbergs Weg zu seinem spätromantischen Meilenstein „Verklärte Nacht“ nach. Es enthält Bachs „Ricercar a 6“ aus dem „Musikalischen Opfer“ sowie Kompositionen seines Freundes Zemlinsky und seines Idols Brahms. Darüber hinaus enthält es Alban Bergs „Die Nachtigall“, einige Fragmente und selbstverständlich Schönbergs Meisterwerk selbst. Carnelli rekonstruierte hierfür die verworfene Überleitung zwischen den beiden Teilen. Es musizieren Spitzenmusiker des Orchestra da Camera di Mantova; die Mezzosopranistin Gabriella Sborgi glänzt bei den Liedern Brahms‘, Bergs und Zemlinskys. ♦♦♦

Crescendo

27. Mai

Salzburg - Reise: Salzburg

Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler zeigte uns ihre ganz persönliche Sicht auf die Mozartstadt, die man zwar zu kennen glaubt, aber immer wieder neu entdecken muss.Gerade noch weilte man im Mirabellgarten, Brunnenplätschern, Festungsblick und Rosenduft inklusive, schon ist man rechterhand am Landestheater vorbei­spaziert und bei Mozarts Wohnhaus angelangt, dort, wo im Frühjahr die Magnolienbäume blühen und das kleine Museum vom Wirken des großen Komponisten erzählt. Man trinkt einen Verlängerten im netten Hinterhof des Café Classic, dann geht es weiter, denn es naht ein Bilderbuchblick. Da liegt es, das kleine und doch so große Salzburg. Seine Kuppeln glänzen im gleißenden Licht, am Brückengeländer erzählen unzählige Schlösser von Liebesschwüren vergangener Tage, darunter strömt unbeeindruckt die Sal­zach, darüber thront die Festung. „Wäre Salzburg eine Persönlichkeit, sie wäre ein stolzer Renaissance-Fürst, machtbewusst und festfreudig“, sagt Helga Rabl-Stadler ohne lange nachzudenken, und wenn das jemand beurteilen kann, dann die lebensfrohe und gewandte Powerfrau an der Spitze der Salzburger Festspiele. Seit über zwanzig Jahren lenkt die Präsidentin dort die wirtschaftlichen Geschicke und reist als Managerin und Vertreterin eines der wichtigsten internationalen Klassikfestivals um die Welt. Im Herzen jedoch ist sie Salzburgerin durch und durch geblieben, und wandelt sie durch die Gassen oder blickt sie aus ihrem großen Büro in der Hofstallgasse auf die schmucke Universitätsfassade direkt gegenüber, spürt man die respektvolle Liebe zu einer Stadt, die mit jedem Stein Geschichte erzählt und Kultur atmet. 1948 wurde Helga Rabl-Stadler hier geboren, nach dem Studium der Rechtswissenschaften verschlug es sie für einige Zeit nach Wien, wo sie als Journalistin arbeitete, bevor sie wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrte, um dort das Familienunternehmen Resmann zu erhalten. Bald darauf nahm sie auch politische Funktionen wahr, wurde Vizepräsidentin, dann Präsidentin der Wirtschaftskammer Salzburg, zudem saß sie für die ÖVP im Nationalrat. 1995 schließlich wurde sie zur Präsidentin der Festspiele ernannt, bereits viermal wurde ihr Vertrag verlängert. Während der Intendant die inhaltlichen Ideen entwickelt, ist die Präsidentin für deren finanzielle Umsetzung verantwortlich. Sie verwaltet die Gelder, akquiriert die Sponsoren und behält darüber hinaus die Contenance, auch dann, wenn die Egos der Künstler, Kritiker oder Mäzene einmal in Wallung geraten. "Wäre Salzburg eine Persönlichkeit, sie wäre ein stolzer Renaissance-Fürst, machtbewusst und festfreudig" Etliche Male hat Helga Rabl-Stadler angesichts von Querelen und Umbrüchen in den vergangenen zwei Jahrzehnten ihrem Ruf als Meisterin der Diplomatie und des sprachlichen Feinschliffs alle Ehre gemacht. Eine Belastung, die einen manchmal an die Grenzen bringt? Kaum. „Ich habe kein Talent zur Frustration“, sagt Helga Rabl-Stadler und lacht. „Das hilft mir oft, die lästigen Dinge nicht zu nah an mich heranzulassen“. Wird ihr der Trubel doch einmal zu viel, dann besucht sie eine der vielen ruhigeren Ecken der Stadt, die neben den Hauptplätzen und Kultstätten den besonderen Zauber Salzburgs ausmachen: die malerische Wallfahrtskirche Maria Plain zum Beispiel, der mystische Sebastiansfriedhof oder die einsamen Wege über den Mönchsberg oder den Kapuzinerberg, auf denen man sich – nur wenige Meter von der Altstadt entfernt – mitten in der Natur wiederfindet. Gerade wenn sich zwischen Frühling und Herbst Scharen von Touristen in der Getreidegasse drängen, um ein Selfie vor Mozarts Geburtshaus zu erlangen, lohnt die Flucht hierher, um in Ruhe den eindrucksvollen Blick von oben zu genießen. Für Salzburg mit seinen gerade mal 150.000 Einwohnern sind die Festspiele die Lizenz zur Kulturmetropole von Weltrang. „Salzburg ohne die Festspiele wäre eine Kleinstadt. Durch die Festspiele wird Salzburg zu einer internationalen Stadt, zu einem Brennpunkt der Kunst“, so Rabl-Stadler. Alljährlich ist diese Wandlung wieder aufs Neue zu erleben. Sobald die Festspiele laufen, „ändert sich die Temperatur in der Stadt“, sagt Rabl-Stadler, und finden in sechs prall gefüllten Sommerwochen mehr als 200 Veranstaltungen an verschiedensten Spielorten statt. Das Herz des Festivals pocht neben den zahlreichen weiteren Stätten dabei im „Festspielbezirk“ mit dem Haus für Mozart, der Felsenreitschule, dem großen Festspielhaus, der Kollegienkirche und schließlich dem Domplatz mit dem für Rabl-Stadler „schönsten Bühnenbild der Welt“. 1920 wurde hier zum ersten Mal Hugo von Hofmannsthals Jedermann aufgeführt und bis heute gehören die Darbietungen des Kultstücks vor der erstrahlten Domfassade zu den Höhepunkten des Sommers. Den besten Blick auf den Festspielbezirk hat man von der Dachterrasse des Hauses für Mozart, einem Schmuckstück mit atemberaubender Sicht über die Dächer und Kuppeln der Stadt bis hin zur Festung. 2006 gelang Helga Rabl-Stadler ein Coup, wie ihn nur wenige vermögen: Mit vierzigprozentiger Eigenbeteiligung erreichte sie den Bau des Hauses für Mozart pünktlich zum Jubiläumsjahr. „Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person“, sagt sie dazu trocken und beginnt zu lachen. Gearbeitet habe sie dafür damals Tag und Nacht.






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